22.07.2032 - 18:05:17. Es gibt keinen Blitz. Kein Weiß. Nur das Ende einer Welt, die kurz darauf genau so wieder beginnt.
Der Regen beginnt um 18:42 Uhr. Daniel Tempo steht am Spülbecken seiner Wohnung und blickt auf ein Leben, über das niemand einen Roman geschrieben hätte. Er ist einundfünfzig, zuverlässig, unauffällig. Doch wenige Minuten später, im Park von Lindenbrück, verändert ein Blitzeinschlag alles.
Als Daniel die Augen öffnet, starrt er an eine Raufaserdecke, die es längst nicht mehr geben dürfte. Auf dem Nachttisch liegt ein Nokia-Handy. Der blecherne Radiowecker zeigt den 24. Juli 2004. Er ist wieder zweiundzwanzig Jahre alt. Und in seiner Flurschublade liegt der Lottoschein, dessen exakte Gewinnzahlen er bereits im Kopf hat.
Was wie der ultimative Traum von einer zweiten Chance beginnt, wird für Daniel schnell zu einer jahrhundertelangen Tragödie. Egal wie reich er durch Bitcoin wird, wie methodisch er Unfälle verhindert oder wie oft er das Schicksal austrickst: Am 22. Juli 2032 um exakt 18:05:17 Uhr wird seine Welt ausgelöscht. Immer wieder.
Gefangen in einer unendlichen Schleife der Zeit verliert Daniel die Fähigkeit, im Jetzt zu leben. Jede Ehe wird zur bloßen Wiederholung, jede Begegnung zu einem Datenpunkt. Und das Schlimmste: Die Kinder, die er in seinen Leben zeugt, werden durch die winzigen Zufälle der Natur in der nächsten Schleife zu ungeborenen Geistern, die nur in seiner Erinnerung existieren. Aus Liebe wird Optimierung. Aus Trauer wird Statistik. Um ihn herum wird das Leben der anderen Menschen zu einem unerträglichen, bedeutungslosen Rauschen.
Bis Daniel den einzig logischen Hebel ansetzt, um die Ewigkeit zu knacken: Wenn die Welt ihn nicht frei lässt, muss er den Lauf der Geschichte mit Gewalt aufhalten.
22.07.2032 - 18:05:17 - Das statistische Rauschen im Leben des Daniel Tempo ist ein meisterhafter, psychologischer Science-Fiction-Roman. Ein tiefgründiges Gedankenexperiment über die Einsamkeit des absoluten Wissens und die Frage, wie viel Menschlichkeit man opfern darf, um der Unendlichkeit zu entkommen.