Niemand sucht sich alle Stellungen aus, aus denen er spielen muss. Ein Verlust. Ein Verrat. Eine Beziehung, die dich auslaugt. Ein Streit, der immer wiederkehrt. Eine Entscheidung ohne Gewissheit. Lernen lässt sich nur eines: auf das Brett zu sehen, bevor man zieht.
Dieses Buch ist eine Methode, keine Formel. In sechs Teilen und vierunddreißig kurzen Kapiteln zeigt die klinische Psychologin Emily Lima López eine Art zu denken, die unter Druck standhält: Tatsachen von der eigenen Deutung trennen, ein Gefühl erkennen, ohne ihm zu gehorchen, unterscheiden, was von dir abhängt und was nicht, die Muster bemerken, die sich wiederholen, und eine Antwort wählen, die zu deinen Werten passt.
Das Schach liefert die Sprache. Das Brett ist deine Lage, die Figuren sind deine Mittel, jeder Zug eine Entscheidung. Niemand ist hier ein Gegner. Das Bild dient einem einzigen Zweck: sich zu merken, dass eine Antwort Folgen weit über den Augenblick hinaus haben kann.
Im Buch
Was dieses Buch nicht tut. Es verspricht nicht, dass Schmerz Wachstum hervorbringt. Es macht aus Leid keine Lektion, die du zu lernen hättest. Es ersetzt keine Beurteilung durch eine Fachperson. Die Psychologie steuert Modelle und Belege bei; die Spiritualität steuert für jene, die sie haben, Sinn bei - und keines von beiden muss das andere widerlegen.
Denn wie im Schach wählen wir nicht immer die Stellung, in der eine Partie beginnt - aber wir können lernen, mit den Figuren, die wir haben, bessere Züge zu tun.
Emily Lima López ist klinische Psychologin mit Masterabschlüssen in Klinischer Psychologie und in Familientherapie.