Arnost Kraus beschäftigte sich als Literaturwissenschaftler, Kulturvermittler und Publizist nicht nur zeitlebens mit den deutsch-tschechischen Beziehungen. Eine weitere Komponente seines Interesses bildeten auch die kontinuierlich präsenten Themen skandinavistischer (v.a. dänischer) Provenienz, die ihm ein Tertium comparationis zu seinen Reflexionen über die interkulturellen Verhältnissen in den Böhmischen Länder bildeten. Als Anhänger des späteren Präsidenten T. G. Masaryk verstand Kraus seine wissenschaftliche Aufgabe immer auch als eine kulturpolitische, wie z.B. in der Herausgabe der Zeitschrift Cechische Revue ersichtlich wird. An der Biografie des Intellektuellen Arnost Vilém (Ernst Wilhelm) Kraus wird auf facettenreiche Weise die multidimensionale Identität sichtbar, die so typisch für seine Zeitgenossen in den Böhmischen Ländern ist.