Beistand ist die Kunst, so zu schauen, dass ein Mensch beginnt, sich selbst wieder zu sehen.
Ein Mann ruft bei der TelefonSeelsorge an. Er spricht über seine Krankheit. Über Laborwerte. Über Medikamente. Über Zahlen. Lange Zeit scheint nichts Besonderes zu geschehen. Dann sagt er beiläufig:
„Der Betriebsleiter in mir ist nur zu fünfzig Prozent Betriebsleiter. Die anderen fünfzig Prozent sind Kunst."
Dieser Satz wurde zum Ausgangspunkt dieses Buches.
Beistand geben ist ein Buch über Seelsorge, Zuhören, Krisenbegleitung und die Kunst, bei einem Menschen zu bleiben, wenn sich nichts sofort lösen lässt.
Anhand eines einzigen Telefonats und der Gedanken, die daraus entstehen, geht das Buch einer einfachen Frage nach:
Was hilft einem Menschen wirklich in einer Krise?
Dieses Buch richtet sich an Seelsorgende, Beraterinnen und Berater, Coaches, Pflegekräfte, Ehrenamtliche und alle Menschen, die andere begleiten.
Es ist kein Buch darüber, wie man Menschen verändert.
Es ist ein Buch darüber, wie man ihnen begegnet.
Vielleicht ist Beistand nichts anderes - und nichts weniger - als einem Menschen zu helfen, sich ein wenig weniger allein zu fühlen.
Denn manchmal braucht ein Mensch keine Antwort. Manchmal braucht er jemanden, der da ist.