Schluss mit pädagogischer Harmlosigkeit.
Wie blockieren informelle Machtstrukturen, Gruppenzwang und soziale Ausgrenzung Veränderung in Unternehmen und Bildungseinrichtungen?
Hinter den glänzenden Kulissen moderner Organisationen arbeitet ein weniger versöhnliches Gefüge. Neben formellen Vereinbarungen entstehen ungeschriebene Regeln, die Status sichern, Einflussbereiche schützen und Abweichung subtil sanktionieren. Wie lassen sich solche Dynamiken in Lehrgängen, Teams und Workshops besprechbar machen, ohne Rechtfertigung, Abwehr oder persönliche Verletzung auszulösen?
In "Das dekonstruierte Idyll" erschließt Manfred Hofferer den klassischen deutschsprachigen Heimatfilm der Nachkriegszeit als organisationssoziologische Versuchsanordnung für die Bildungsarbeit. Das filmische Dorf bildet einen historischen Zwischenraum. Seine Figuren, Regeln und Konflikte legen offen, wie Zugehörigkeit hergestellt, Abweichung markiert und soziale Stabilität verteidigt wird.
Das Buch verbindet systemische Analyse, Erwachsenenbildungsdidaktik und konkrete Methoden. Es zeigt, wie Wahrnehmen, Deuten und Handeln voneinander getrennt werden, wie Positionslinie, Standbildanalyse und Fallarbeit Distanz schaffen und wie Gruppenprozesse ohne vorschnelle Personalisierung untersucht werden.
Ein ausführlicher Praxisanhang enthält ein vollständiges sechsstündiges Seminardesign für Auszubildende. Das Buch richtet sich an Fachkräfte der Jugend- und Erwachsenenbildung, Lehrende, Führungskräfte, Beratende, Mediatorinnen und Mediatoren sowie Organisationsentwickelnde.
Der Heimatfilm wird zum Systemspiegel. Seine Analyse schärft den Blick für Macht, Zugehörigkeit, Ausschluss und Widerstand in der Gegenwart.