Könyv Der Sinn der Beobachtung Peter Fuchs

Der Sinn der Beobachtung

Begriffliche Untersuchungen

Szerző: Peter Fuchs
Nyelv: Német
Kötés: Puha kötésű
Kiadó: Velbrück
Elérhetőség: 50 % esély
Keressük az egész világon
8 947 Ft
Nicht nur, daß sich die Theorie der Beobachtung im Kontext der neueren soziologischen Systemtheorie...

Információk a könyvről

Szerző
Nyelv
Német
Kötés
Könyv - Puha kötésű
Kiadva
2004
oldal
120
EAN
9783934730762
ISBN
3934730760
Enbook ID
09220493
Kiadó
Súly
215
Méretek
140 x 222 x 9

Teljes leírás

Nicht nur, daß sich die Theorie der Beobachtung im Kontext der neueren soziologischen Systemtheorie wesentlich auf einen Autor beruft, nämlich auf George Spencer-Brown, der sehr wohl Anlaß gibt, ihm Nähe zum Mystischen, Okkulten, mithin auch Magischem anzusinnen; nicht nur, daß der Theorie von ihren Gegnern unterstellt wird, sie huldige einer Art esoterischen Hermetik, die Paradoxien schätzt, Zirkularitäten zelebriert und alles in allem eine um Kausalitäten unbekümmerte, abstrakte Luftigkeit inszeniert. Es ist schlimmer: Der Schlüsselbegriff der Beobachtung, von dem behauptet wird, daß er die zentrale Operation bewußter und sozialer Systeme bezeichne, besagt im Prinzip, daß die Welt der Beobachtung entsteht, ohne daß sich der Täter dieser Operation ausmachen lasse. Der Beobachter verschwindet hinter seinen Beobachtungen. Er ist immer - imaginär.§Und wer dann wenigstens die Operation der Beobachtung haben will, kann nur feststellen, daß es für ein "Haben" immer schon zu spät ist, da die Operation der Beobachtung einer Beobachtung schon eine weitere Operation ist, ein Vorgang, der sich sehr genau mit dem (Un)Begriff différance formulieren läßt. Sobald von Beobachtung die Rede ist, verdunsten selbst die entia realissima der Tradition, und bezogen auf die Soziologie: die Agenten, Akteure, die Handelnden. An deren Stelle treten körperfreie Systeme wie Bewußtseine, wie Sozialsysteme, die als autopoietische Systeme konzipiert sind: als nachgerade münchhausiadische Sich-selbst-Verfertiger, die im Medium Sinn operieren, in der seltsamen Konnexität selektiver Verweisungen, in einem Medium also, das Nähmaschinen, Regenschirme, Operationstische, Grinse- und eingekastelte Schrödinger-Katzen so gut in Kontakt bringt wie Terrorzentralen, Madonnen und kannibalistische Orgien.§Dies alles klingt nach abstrakter Magie, nach theoretischem Budenzauber und nach der Poesie der frühen Romantik. Und doch - so fern ist dies alles einer handfesten Soziologie nicht. Es ist ja denkbar, daß die soziale Realität (und nicht nur ihre theoretische Beobachtung) magische Züge und ebendarin ihre Realität hat, wohingegen hartnäckige Ontologen und Realisten diejenigen wären, die magischen Bezwingungspraktiken unterliegen. Unter solchen Vorausetzungen kann eine Vergewisserungspause notwendig werden, in der die Grundbegriffe noch und wieder einmal durchgeprüft, radikalisiert, auf Bruch- und Konsistenzmöglichkeiten abgetastet, kurz: traktiert werden.§Ebendies tut Peter Fuchs in einem Tractatus, der - formal orientiert an dem Tractatus logico-philosophicus von Ludwig Wittgenstein - die Schlüsselbegriffe der Systemtheorie einer Art "Säurebad" aussetzt, um den Ballast der Erzählung, die durch die Begriffe möglich wird, und mitunter auch die Patina dieser Erzählung aufzulösen. Beobachtung, Medium und Form, Komplexität und Kontingenz, System und Differenz, Autopoiesis, Sinn, Struktur, Geschlossenheit und strukturelle Kopplung, Interpenetration, Gedächtnis, Kommunikation, Bewußtsein, Inklusion/Exklusion - Person - so heißen die Kapitel dieses zutiefst asketischen, die Tugend der brevitas schätzenden (und deshalb auch dem Umfang nach dünnen) Buches. Es ist eine Herausforderung - an die Freunde, an die Feinde der Theorie. In einem sehr genauen Sinne ist es unfreundlich, bizarr, alles andere als konziliant.§Wer sich aber für den "Sinn der Beobachtung" interessiert, wird sich faszinieren lassen durch dieses Unterscheidungsspiel auf kleinstem Tanzplatz und in einen Sog geraten, dem er sich kaum noch entziehen kann - wenn er nur den ersten Satz, der der Null-Satz ist, akzeptiert: Beobachtung nehmen wir als Letzt- oder Leitbegriff, der immer vorausgesetzt ist.§

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