Lübeck, 6. März 1981.
Am dritten Tag des Prozesses gegen den Mann, der ihre siebenjährige
Tochter getötet hat, betritt Hanna Vogel Saal 157 in einem viel zu
großen Mantel. Niemand bemerkt sofort, was sie darunter verbirgt.
Werner Lutz wurde bereits zweimal freigelassen. Zweimal hat die
Justiz weggeschaut. Dieses Mal hat Hanna beschlossen, nicht mehr
wegzusehen.
Was folgt, ist keine Randnotiz aus der Zeitung. Es ist der Prozess
einer Mutter, die den Mörder ihrer Tochter mitten in der
Verhandlung hingerichtet hat - und der kaum weniger gnadenlose
Prozess, den ihr danach ein ganzes Land macht. Ihr gegenüber: ein
junger Anwalt, David Rosen, der entdeckt, dass es leichter ist,
einen Schuldigen zu verteidigen als eine Frau, die jeder versteht.
Ihnen beiden gegenüber: eine Presse auf der Jagd, Richter zwischen
Gesetz und Gewissen, ein Deutschland, das sich Kapitel für Kapitel
fragt, was es an ihrer Stelle getan hätte.
Frei nach einem europäischen Kriminalfall erzählt, eröffnet Die
Mutter von Lübeck den ersten Band der Saga Die Vergessenen des
Gesetzes - eigenständige Romane darüber, was aus der Gerechtigkeit
wird, wenn sie versagt, und dazu, wozu gewöhnliche Menschen bereit
sind, damit sie nicht länger schweigt.
Eine Mutter, ein Gericht, acht Schüsse. Und Sie - wie weit wären
Sie gegangen?