Dieses Buch behandelt den Aufstieg der faschistischen Massenbewegungen in Italien und Deutschland vor dem Machtantritt Mussolinis und Hitlers. Erstmals wird hier ein systematischer Vergleich der politischen Praxis des italienischen Squadrismus und der deutschen SA vorgelegt. In beiden faschistischen Kampfbünden diente die Ausübung von Gewalt sowohl dem propagandistischen Appell nach außen als auch der Gruppenbindung nach innen. Ausmaß und Form der Gewalthandlungen werden ebenso untersucht wie die soziale Zusammensetzung, der interne Organisationsalltag und die politische Kultur beider Kampfbünde. Die Kampfbünde waren sowohl durch bündische, militärische als auch parteimäßige Strukturen geprägt. Dadurch existierten in den faschistischen Bewegungen vielfältige Machtkonkurrenzen. Diese innere Labilität wurde durch die Figur des charismatischen Führers, die zunehmende Militarisierung und Hierarchisierung, das erlösende Versprechen auf baldigen Erfolg, das ständige In-Schwung-Halten d er Bewegungen und den gewaltsamen Aktivismus überdeckt.