Europäische Unternehmen investieren erhebliche Ressourcen in Differenzierung innerhalb etablierter Kategorien. Sie verbessern Produkte, senken Preise und intensivieren Marketing-doch die Margen erodieren, weil Wettbewerber dieselben Hebel bedienen. Einige Firmen entkommen diesem Muster strukturell: Sie identifizieren Käufergruppen, die bestehende Angebote systematisch ausschließen, und konstruieren Wertversprechen, die keine direkte Vergleichbarkeit zulassen. Dieses Buch untersucht, wie solche Unternehmen Marktgrenzen neu ziehen. Es analysiert, welche Nachfragedimensionen Branchen ignorieren, wie Nutzen und Kostenstruktur entkoppelt werden, und unter welchen Bedingungen neu geschaffener Raum verteidigbar bleibt. Der Ansatz erfordert keine disruptive Technologie-er verlangt präzise Analyse ungenutzter Käuferprobleme und konsequente Abkehr von Branchennormen. Für mittelständische Unternehmen bietet er eine Alternative zur Skalierung durch Preiskampf. Für Konzerne zeigt er, wie interne Innovationsprojekte bewertet werden sollten: nicht nach Wettbewerbsvorteilen, sondern nach ihrer Fähigkeit, Vergleichbarkeit aufzulösen. Die Methode ist in Branchen mit hoher Regulierung und starren Strukturen besonders relevant, wo Differenzierung durch Produktmerkmale kaum noch möglich ist.