Helmut Krämer untersucht in diesem Band einen zentralen Aspekt der Schottischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts: Zuversicht, eine das Handeln in Gang setzende und leitende gesellschaftliche Kraft. Zuversicht, als eine Form der Erwartung auf die Zukunft gerichtet, betrifft jegliche Handlungsabsicht, auch das politische Handeln. Der Raum, in den hinein gehandelt wird, ist (ergebnis)offen: kontingent. In der Auseinandersetzung mit Kontingenz liegen die Motive, die die schottischen Denker unter Hinwendung auf eine neue, von der Naturphilosophie inspirierte empirische Methodik bewogen haben, die angelsächsische Moralphilosophie zu einer "science of man" zu entwickeln - der Grundstein der sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Deren implizites Ziel ist es, dazu beizutragen, dass Zukunft "verfügbar", also "Kontingenz bewältigt" wird. Krämer geht dabei der Frage nach, wie sich dieser Ansatz aus dem vorauslaufenden angelsächsischen Diskurs entwickelt hat, was ihn kennzeichnet und was er leistet. Die schottische Moralphilosophie des 18. Jahrhunderts untersucht die treibenden Kräfte der kontingenten gesellschaftlichen Entwicklung - und entdeckt die Zuversicht