Neue Forschungen zur Kommunikation, Identitätsstiftung und zeremoniellen Einbindung von Stadttoren in transdisziplinärer Perspektive Seit der Antike waren Stadttore und -mauern, die architektonisch, rechtlich und administrativ den Stadtraum definierten, die Chiffren der europäischen Stadt der Vormoderne schlechthin. Jenseits ihrer Verteidigungsfunktion waren repräsentierten Stadttore auf vielfältige Weise die Stadt: Sie waren Bühnen städtischer Selbstdarstellung und ihrer Eliten, sie waren Wahrzeichen eigener Identität, nachbarlicher Rivalität und politischer Parteinahme, die städtische Geschichte und Triumphe memorierten. Sie markierten magisch-religiöse Schwellen und regulierten sicherheitspolitisch, fiskalisch, verkehrs- wie versorgungstechnisch die Verbindung zum Umland, sie modellierten die Wege performativer Akte und gaben Orte verdichteter Alltagskommunikation vor.