Silbermann steht vor Gericht wegen eines mutmaßlich tätlichen Angriffs auf seinen im Erdgeschoss des Hauses wohnenden jüdischen Nachbarn Abramowitsch. Wie hatte es dazu kommen können?
Silbermann reflektiert und blickt auf sein Leben zurück: Seit seiner Jugend hatte Silbermann gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen politisch gekämpft. Der Einsatz gegen rechts war ihm so wichtig, dass er selbst in Artikeln und Büchern das Thema nicht ausgespart hatte. Dann kamen ihm Zweifel an der bedingungslosen Unterstützung Israels. Im Sommer war er im spanischen Baskenland mit dem Aktivisten Gorka zusammengetroffen, der Plakate gegen den Völkermord in Gaza klebte und in nächtlichen Gesprächen Silbermanns Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt und auch auf die Einordnung des Kampfes der baskischen ETA erweiterte. Alles mischt sich auch mit Silbermanns eigenen Erlebnissen in der Zeit des Erwachsenwerdens und seinem Besuch im Baskenland vor fast vierzig Jahren. Erinnerungen an die Tage mit Felina werden hellwach. Silbermann erlebt ein Wechselbad der Gefühle zwischen Encierro, Stierkampf und heißen Nächten während der Fiesta in Pamplona.
Silbermann wird freigesprochen. Über Social-Media-Kanäle erfährt der Siedler Jehoshua Dawidow von dem vermeintlichen Angriff auf Abramowitsch und dem folgenden Freispruch. Er reist entschlossen nach Berlin, wo er Silbermann lebensgefährlich verletzt.