Manche Tote kehren zurück. Aber nicht jeder bringt seine Seele mit.
Nach zwölf Jahren kehrt Lucien Moreau in sein Heimatdorf Saint-Jacques auf Haiti zurück. Seine Schwester Mireille ist verschwunden, und niemand im Dorf will offen darüber sprechen. Die Menschen senken den Blick, Türen schließen sich, Namen werden nur geflüstert.
Doch Lucien findet Hinweise auf etwas, das schlimmer ist als Mord.
Auf dem Friedhof liegen Gräber, deren Tote nachts auf der Zuckerrohrplantage arbeiten. Männer und Frauen, die offiziell gestorben sind, bewegen sich mit leeren Augen durch die Felder. Keine Monster. Keine hungrigen Untoten. Sondern Menschen, denen Wille, Erinnerung und Name genommen wurden.
Hinter allem steht Papa Célestin, ein Bokor, der mit Gift, Angst und gestohlenen Namen Körper zu Werkzeugen macht. Unterstützt von einem Plantagenbesitzer, der keine Arbeiter bezahlt, wenn er Tote besitzen kann.
Als Lucien erkennt, dass auch Mireille zwischen Leben, Tod und fremdem Willen gefangen ist, beginnt ein Kampf gegen eine Macht, die tiefer reicht als ein einzelner Mann. Denn Célestin sammelt nicht nur Körper. Er sammelt Namen, Schuld und Familiengeschichten.
Und am Ende will er Lucien selbst.
„Voodoo - Der Zombie-Priester" ist ein düsterer, erwachsener Horrorroman über den haitianischen Zombie-Mythos, über Ausbeutung, Schuld, Erinnerung und die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn ihm sogar der eigene Name genommen wird.