Wir sind Allah egal
Ein Roman über Krieg, Zweifel und die Wahrheit dahinter
Aleppo, 2014. Yusuf ist zehn Jahre alt und kennt bereits den Klang, den Bomben machen, bevor sie fallen.
Er vermisst seine Schule. Er vermisst seinen besten Freund Sami, der eines Morgens einfach weg war - kein Abschied, kein letztes Wort. Er vermisst den Geruch von frischem Brot aus einer Bäckerei, die jetzt nur noch ein Schutthaufen ist. Und er beginnt, etwas anderes zu vermissen: den Glauben, dass das alles einen Sinn hat.
Als Yusuf mit seiner Familie über das Mittelmeer nach Europa flieht, beginnt er eine Konservendose mit Namen zu füllen - Menschen, die er nicht vergessen will. Ein totes Mädchen. Ein sterbender Soldat. Ein Freund, den er auf der Flucht findet und nicht mehr zurücklässt. In Berlin lernt er eine neue Sprache, verliebt sich zum ersten Mal, und sieht zu, wie sein Vater zwischen Trauer und Rache zu zerbrechen droht - während er selbst beginnt, sich Fragen zu stellen, die niemand beantworten will: Warum beschützt jeder Gott nur seine eigenen Leute? Warum kämpfen Menschen für Wörter, die am Ende doch alle dasselbe meinen?
Wir sind Allah egal erzählt von einer Kindheit, die niemand sich ausgesucht hat - roh, ungeschönt, ohne einfache Antworten. Kein Buch, das eine Seite verteidigt. Ein Buch, das fragt, wer eigentlich profitiert, wenn Menschen im Namen von Göttern, Flaggen und Ideologien aufeinander losgehen - und was am Ende übrig bleibt, wenn man aufhört, eine Seite zu wählen.
Ein Roman über Verlust und Ankommen, über einen Vater, der zweimal Nein sagt, wenn alle Ja erwarten - und über einen Jungen, der lernt, dass Erinnern manchmal der einzige Akt des Widerstands ist, der bleibt.